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Facharbeit 1989

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Das Milchschaf ist durch seine hohen Leistungen an Milch, Fleisch, Wolle und Fruchtbarkeit nicht nur das leistungsfähigste Schaf, sondern darüber hinaus auch das am längsten reinrassig gezogene und herdbuchmäßig gezüchtete Schaf. Beim Milchschaf gibt es einen weißen und einen schwarzen Schlag. Es ist anzunehmen, jedoch nicht nachweisbar, dass der schwarze Schlag durch Einkreuzen mit Heideschafen herausgezüchtet wurde, um deren Anspruchslosigkeit mit der hohen Milchleistung der weißen Milchschafe zu koppeln. In der Fruchtbarkeit stehen schwarze Schafe den weißen nicht nach, jedoch in der Qualität der Milchleistung liegen sie unter dem Durchschnitt. Dieser Nachteil der schwarzen Schafe wird durch einen höheren Fett- und Eiweißgehalt der Milch wieder gut gemacht.
95% der Herdbuchzüchter züchtet das Milchschaf der weißen Rasse. Fachleute nehmen jedoch an, dass fast die Hälfte der weißen Milchschafe das Gen "schwarz" verdeckt mitführen. In der Herdbuchzucht wird versucht, eine reinfarbene Rasse herauszuzüchten. Fleckige sind unerwünscht und auszumerzen. Für Gebrauchszuchten darf man weniger kritisch sein. Fehlfarbene Nachzucht aus reinrassigen weißen Elterntieren muss ausgemerzt werden, während die Elterntiere, welche diese Nachzucht erbrachten, und die nicht fehlfarbenen Lämmer des selben Wurfes weiterhin zur Zucht verwendet werden können. Ziel planmäßiger Züchtung muss es sein, das bisher Erreichte zu erhalten und - wo möglich und nötig- zu steigern. Mit anderen Worten: Man muss ein robustes, korrekt gebautes, fruchtbares Tier mit geschlossenem, gleichmäßigem Vlies und hoher Milchleistung bei leicht melkbarem, hoch angesetztem Euter herauszüchten.

Die höchste Milchmenge wurde 1932 von einem ostfriesischen Schaf gegeben: 1498 kg Milch bei 91kg = 6,07% Fett. Die höchste Fettmenge erbrachte ein rheinisches Schaf mit 1200 kg Milch und 102 kg = 8,4% Fett und einer Lebensleistung im 7 jährigen Durchschnitt von 909 kg Milch, 73,3 kg Fett mit 8,06 % Fettgehalt. Das für das Milchschaf im Bundesdurchschnitt angestrebte Leistungsziel liegt bei 600 kg Milch mit 6% = 36 kg Fett im Durchschnitt. Diese Werte entsprechen auch der für den Export verlangten Leistung.
Die größte Fruchtbarkeit erbrachte ein Schaf aus Köln, es erbrachte in 10 Jahren 32 Junge = 320% Vermehrung.

Die durchschnittliche Fruchtbarkeit des Milchschafs liegt bei:
Erstlingsschafen 192%
2jährigen Tieren 217%
Altschafen 228%
In diesem Punkt ist das Zuchtziel voll erreicht, und wir werden das Erreichte nicht zu steigern, sondern zu erhalten haben. Diese Fruchtbarkeit ist erblich und voll in den Genen ernthalten. Man kann der fruchtbaren Mutter durch reichlich Mineralstoff- und Vitaminversorgung ihr Los erleichtern.
Die größte Fleischleistung erzielte 1972 der DLG-Sieger Bock mit 161 kg. Das Mindestgewicht des körfähigen 6 monatigen Jungbockes darf 50 kg nicht unterschreiten, das weibliche Herdbuchlamm soll 40 kg nicht unterschreiten.
Die Durchschnittswerte liegen bei Lammböcken bei 60kg
Zuchtlämmern 53 -54k

Das Zuchtziel strebt folgende Durchschnittswerte an:
Jährlingsböcke 80-90kg
Altböcke 120-130kg
Jährlingsschafe 65-70kg
Altschafe 80-90kg
Spitzentiere liegen bei Altschafen bei 100kg; noch höhere Gewichte entsprechen nicht dem Zuchtziel, da sie mit viel Erhaltungsfutter belastet sind.

Die von Herdbuchtieren erreichten Wollgewichte:
Jährlinge zwischen 5 u. 6kg = Spitze 8kg und mehr
Altschafe zwischen 4,5 u. 5kg
Jährlingsschafe zwischen 6 u. 7kg
Altbock zwischen 5,5 u. 6kg
Bisher konnte nicht nur das Schurgewicht gesteigert werden, auch die Wollqualität wurde verbessert. Zuchtziel wird eine möglichst dicht und gleichmäßig gestapelte Wolle sein. Die sowohl in der Länge, als auch in der Dicke des Vlieses allzugroße Unterschiede in der Bewollung zwischen Brust- und Keulenpartie vermeidet.
Die Leitlinien erfolgreicher Zucht sollten sich aus drei Hauptpunkten ergeben: Auslese, Anpaarung geeigneter Böcke, Vermeidung von Inzucht. Auch wenn man nicht bei den Herdbuchzüchtern ist, sollte man zur Nachzucht nur gekörte Böcke nehmen.

Für die Kärung eines Bocks sind folgene Bestimmungen zu beachten:
1. Der Antrag auf Körung ist bei der zuständigen Behörde rechtzeitig zu stellen. Dabei ist der Abstammungsnachweis und die Ergebnisse der Leistungsprüfung einzubringen. Aus dem Abstammungsnachweiß muss hervorgehen, dass beide Elternteile in das Zuchtbuch eingetragen sind und der Bock dauernd gekennzeichnet (tätoviert) ist. Das Mindestalter des Bockes ist mit 5 Monaten festzusetzen.
2. Die Körung sind von Beamten des Tierschutzamtes und möglichst bei einer Körveranstaltung als Sammelkörung durchgeführt, um bessere Vergleichsmöglichkeiten zu haben.
3. Die Körentscheidung lautet "gekört", "nicht gekört", oder "vorläufig nicht gekört", eine Körnote wird nicht mehr vergeben.
4. Die Körung gilt auf Lebenszeit, die übliche Hauptkörung des erwachsenen Bockes entfällt ebenso, wie die alljährlich sich wiederholenden Nachkörungen.
5. Das Körverfahren errechnet sich durch eine komplizierte des Körergebnisses; dabei werden Körperbau, Milchleistung (Fettmenge und Eiweißgehalt), Fleischleistung, Wollleistung und Fruchtbarkeit bewertet.
6. Die Bockhaltung wird von einer Gemeinde nur finanziert oder mit Zuschüssen bedacht, wenn mindestens 40 Tiere einer Rasse in der Gemeinde gehalten werden.

Eine alte Schäferregel sagt: "Der Bock ist die halbe Herde". Sie hat recht. Wenn wir beim Aufstellen eines Muttertieres bisweilen ein Auge zudrücken können, so sollten wir bei der Auswahl des Zuchtbockes doppelt scharfsichtig sein.

Beim Kauf eines Bocks sollte man folgende Gesichtspunkte beachten:
1. Die Leistung der Bocksmutter und möglichst auch der Großmutter sollten nicht unter dem Leistungsdurchschnitt in unserem Stall liegen.
2. Allzugroße Gegensätze sollten bei der Anpaarung vermieden werden
3. Gleichartige Fehler wird man ebensowenig miteinander verbinden und dadurch festigen oder verstärken (Durchschnittigkeit)
4. Man vermeidet in jedem Fall Blutenge; sie begünstigt das Auftreten von Missbildungen
Bei der Auswahl des Bocks sollte man sich von erfahrenen Züchtern oder den Zuchteltern beraten lassen.