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Facharbeit 1989

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Die Gesundheit der Tiere hängt zum Großteil von der vernünftigen und gewissenhaften Haltung ab, und dies liegt vorrangig in der Hand des Züchters (vorbeugen ist besser als heilen).

Zu eiweißreiches Futter, es ist egal, ob durch zu mastige Weiden, durch überhöhte Silagegaben oder zu hohe und einseitige Kraftfutterrationen bedingt, erscheint häufig als direkt oder indirekt auslösende Ursache vieler Erkrankungen.
Beispiele für den 1. Fall sind: Bleichsucht, Eisenvergiftung, Durchfälle und Listeriose.
Sie kann durch ein ausgewogenes Eiweißstärkeverhältnis in der Futterration ausgeglichen werden. Den Ausgleich findet man durch die Zufütterung von Stroh, Trockenschnitzel, Laub und Heu von nicht überdüngten Wiesen. Zu verhüten sind auch Mangelkrankheiten wenn man den Tieren regelmäßig und ausreichend Mineralstoffe und Vitamine verabreicht.

Eine gesunde Weide soll moosfrei (Moosmilben, Bodenwürmer, Zwischenwirt), trocken (Schlammschnecke, Leberegel-Zwischenwirt), nicht überdüngt, nicht verseucht (Moderhinke, Wurmhut) und in ausreichender Entfernung von gespritzten Kulturen (Obstgärten...) sein. Eine Entwesung der Weiden und Weidewege wird durch Kalk und Thomasmehlgaben erreicht.
Zwei mal im Jahr ist eine Kotuntersuchung angebracht (vor Beginn des Weidegangs und im Herbst). Die Kotproben werden über den Herdengesundheitsdienst zur zuständigen Untersuchungsanstalt eingeschickt. Je nach Befund sind Entwurmungen durchzuführen. Die Untersuchungen sind kostenlos. Bei abweichendem Verhalten der Tiere sind Zwischenuntersuchungen ratsam. Mit peinlicher Genauigkeit sollten auch Ansteckungsmöglichkeiten gemieden werden. Jedes Tier sollte bei seinem Ankauf genau besichtigt und wo es möglich ist, solange getrennt gehalten werden, bis das Ergebnis der Kotuntersuchung vorliegt. Man prüft das Vlies auf Hautparasiten. Besonders sorgfälltig sollten die Klauen untersucht und vorsorglich desinfiziert werden.
Bockhalter, deren Ställe Fremdtiere zum Decken zugeführt werden, sollten einen gesonderten Platz haben, der von den eigenen Tieren nicht betreten wird. Der Bock sollte besonders in der Nabelgegend sauber gehalten werden

Bei Milchschafen ist noch die Meadiseuche zu erwähnen. Die Krankheit befällt Schafe und Ziegen, nicht jedoch den Menschen. Verursacher ist ein Virus mit sehr langer Incubationszeit (6 Monate bis 3 Jahre), der die Lunge befällt. Meadi verursacht eine chronische, fieberlose Lungenentzündung mit starken Gewebeveränderungen. Das Lungengewebe ist bis zum Dreifachen vergrößert, graurot verfärbt und knotig durchsetzt. Vorbeugeimpfung oder medikamentöse Behandlung ist nicht möglich. Die Krankheit äußert sich zunächst durch Abmagerung bei normaler Futteraufnahme, zunehmende Atemnot tritt auf (besonders beim Treiben), gelegentlich mit leichtem hüsteln oder tröpfchenförmigem Nasenausfluss; es folgt der Erstickungstod.
Beim Milchschaf tritt der Tod meist vor der 3. Ablammung ein. Die Einschleppung erfolgt durch Zukauf. Quarantäne ist ab der langen Incubationszeit sinnlos. Die Ansteckung erfolgt durch die Atemluft, besonders in eng besetzten Ställen, nur selten über verseuchtes Futter (Nasentröpfchen), meist bei der Geburt durch das Ablecken und v.a. über Kolostral und Muttermilch. Eine begrenzte Diagnose ist frühestens ab dem 12. Lebensmonat möglich. Eine Bestandssanierung ist nur durch Schlachtung aller Tiere im Herbst nach Ende der Laktion möglich.

Wer genügend Stall und Weide hat und die eigenen Blutlinien erhalten will, verfährt wie folgt:
Das neugeborene Lamm wird sofort (vor dem Ablecken und Ansaugen) in einen gesonderten Stall gebracht. Das Lamm wird dann mit einem einwandfreien Kolostral- oder Kuhbiestmilch versorgt und mit Milchaustauscher aufgezogen. Der gewissenhafte Wechsel der Stallbekleidung beim Betreten der neuen Zucht ist Voraussetzung. Ein Betrieb gilt als saniert, wenn 4malige urologische Untersuchungen binnen 2 Jahren ein negatives Ergebnis zeigen. Da auch Milchschafe zu der Gattung Schafe zählen, kommen bei ihnen die gleichen Krankheiten und Parasiten vor, wie bei anderen Rassen. Erwähnenswert ist bei Milchschafen noch die Gefahr der ansteckenden Euterentzündung. Die Ansteckung erfolgt in der Regel dadurch, dass verschiedene Bakterien durch kleinste Verletzungen oder durch den Strichkanal in das Euter eindringen. Das Auftreten wird u. a. durch ungünstige Verhältnisse (Zugluft, Platzmangel, unsaubere Einstreu) gefördert. Durch sauberes Arbeiten und Desinfizieren der Euter kann man Entzündungen vorbeugen. Anzeichen für eine Euterentzündung sind u. a. verminderte Fresslust, nachziehen oder anheben des Hinterbeines. Die erkrankte Euterhälfte ist angeschwollen, warm, schmerzempfindlich und gerötet. Die Milch ist mit eitrigen Flocken durchsetzt.
Zur Behandlung müssen die Schafe sofort von der Herde getrennt werden. Die erkrankte Euterhälfte ist gründlich auszumelken, aber nicht in die Einstreu sondern in ein Gefäß (Ansteckungsgefahr). Anschließend eine antibiotikahaltige Eutersalbe in die Zitze, zudrücken und nach oben streichen. Diese Behandlung 24 Std. später bzw. nach Anweisung des Tierarztes wiederholen.
Wird zu spät behandelt, kommt es zum Ausfall der Euterhälfte durch Knotenbildung oder zu einem nicht ausheilendem "Steineuter" (ständige Infektionsgefahr).
Schafe verlieren nach überstandener Euterentzündung in der Regel flächenweise das Vlies, da die Wollhaarwurzel brüchig wird. Ein ständiges Beobachten der Herde ist empfehlenswert, denn durch Früherkennung können viele Krankheiten niedergehalten werden.
Zucht des Milchschafes
Gesundheit der Milchschafe :