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Facharbeit 1989

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Für eine wiederkäuer- und leistungsgerechte Fütterung ist es wichtig, zum einen die Futterzusammensetzung und den jeweiligen Futterwert, zum anderen den Nährstoffbedarf unter Berücksichtigung des Zucht- und Nutzungsstadiums der Tiere zu kennen. Mittels eines speziellen Laborversuches (Werder-Analyse) ist es möglich, den Nährstoffgehalt eines Futtermittels festzustellen. Dabei erfolgt zunächst eine Trennung in Trockensubstanz (TS ) und Wasser.
Wasser hat zwar keinen direkten Futterwert, ist aber ein lebensnotwendiger Bestandteil der Ernährung, da es vor allem als Lösungs und Transportmittel dient.
Die Trockensubstanz (TS) enthält neben Mineralstoffen und Spurenelementen entsprechend der Laboruntersuchung Rohprotein, Rohfett, Rohfaser und stickstofffreie Extraktstoffe. Diese im Futter angebotenen Rohnährstoffe sind jedoch für das Tier nicht im vollen Umfang verwendbar; denn ein Teil wird nachweislich als Kot ausgeschieden. Die annähernde Bestimmung der tatsächlich verdaulichen Rohnährstoffe erfolgt über exakte Fütterungsversuche mit ausgewachsenen Hammeln durch Ermittlung der Differenz zwischen der nach Analyse aufgenommenen und wieder abgegebenen Rohnährstoffe. Die so ermittelten Daten sind in den Futterwerttabellen zusammengefaßt und dienen als Grundlage für Futterberechnungen.
Im Hinblick auf eine wiederkäuergerechte Fütterung sollte eine Futterumstellung langsam
erfolgen, denn die Pansenbakterien benötigen ca. 2 Wochen, um sich auf neue Futtermittel
mit anderer Zusammensetzung einstellen zu können.
Hinsichtlich einer ausreichenden Nährstoffversorgung ist zunächst zu unterscheiden zwischen dem Erhaltungs- und Leistungsbedarf. Der Erhaltungsbedarf dient lediglich der Aufrechterhaltung der lebensnotwendigen Funktionen eines Tieres (z.B. Mutterschafe leer oder niedertragend) und ist in erster Linie abhängig vom Gewicht und damit auch von der Körperoberfläche des Tieres.
Der zusätzliche Leistungsbedarf richtet sich nach dem jeweiligen Zuchtstadium (hochtragend, säugend) oder nach dem Intensitätsgrad der Mast. In der Tabelle "Richtwerte für den Nährstoffbedarf" sind die Bedarfswerte an verdaulichem Rohweiß und Stärkeeinheiten getrennt nach Zucht- und Nutzstadium zusammengestellt. Die Werte dienen nur als Richt- oder Anhaltswerte, um u.a. festzustellen, ob das für verschiedene Futterrationen anhand der Futterwerttabellen erreichte Trockensubstanz- und Nährstoffangebot ausreichend und im Verhältnis ausgeglichen ist. Die Berücksichtigung der Trockensubstanz (TS) ist u.a. deshalb so wichtig, weil sie die Summe der Nährstoffe enthält und:
-ein begrenzter Faktor für die Gesamtfutteraufnahme ist
-ein Maßstab für die Sättigung des Tieres darstellt.
Das verdauliche Roheiweiß ist zwar energetisch in den angegebenen Stärkeeinheiten enthalten (1g = 0,94 StE), aber es wird hinsichtlich der Bedarfswerte noch gesondert ausgewiesen, weil es durch keine andere Nährstoffgruppe ersetzt werden kann. Denn körpereiweiß bzw. eiweißhaltige Substanzen (Fleisch-Wolle) können im überwiegendem Maße nur aus dem über das Futter zugeführtem Eiweiß gebildet werden. Die lebensnotwendigen Eiweißstoffe sind aber nicht nur Nährstoffe, sondern haben auch noch wichtige Stoffwechsel- und Schutzfunktion. Alle körpereigenen Wirkstoffe wie Hormone und Fermente sind nämlich Eiweißverbindungen; auch einige Vitamine als körperfremde Wirkstoffe sind an Eiweißkörper gebunden.
Als Vergleichs- und Bewertungsmaßstab für den Futterwert verschiedener Futtermittel wird der Stärkewert verwendet, ausgedrückt in Stärkeeinheiten (StE). Dabei werden für die rechnerische Bewertung die Futtermittel so bewertet, als ob der wirksame Teil des Futters nur aus reinem Stärkemehl bestünde. So hat z.B. 1kg Heu den gleichen Futterwert wie 320g Stärkemehl, d.h. 1kg Heu den gleichen Futterwert wie 320g StE.
Das Nährstoffverhältnis von verdaulichem Rohprotein: Stärkeeinheit ist ein Maßstab für eine richtige, ausgeglichene Futterration. Zuviel Energie über einen längeren Zeitraum hat nämlich eine übermäßige Verfettung, zu viel Eiweiß z.B. Leberschädigung zur Folge. Im Zusammenhang mit einem wiederkäuergerechten Nährstoffangebot und einer entsprechenden Ausnutzung ist neben einem ausreichenden Rohfaseranteil auch die Struktur des Futters sehr wichtig, um in den sog. Vormägen günstige Säureverhältnisse zu gewährleisten. Denn ein Anteil von 10-20% an grobem, sperrigem Futter regt das Wiederkäuen an und erhöht damit die neutralisierende Speichelbildung. Deshalb empfiehlt es sich z.B. beim Übergang von der Stall- auf die Weidehaltung, die Schafe mindestens in den ersten 8-14 Tagen Nachts im Stall zu halten und ihnen zu dem jungen nährstoffreichen Gras einen Rohfaserausgleich über Futterstroh oder älteres Heu zu geben.